Das 36. Jazzfestival Würzburg 2021

DAS 36. JAZZFESTIVAL WÜRZBURG 2021

vom 29. Oktober bis 31. Oktober 2021

Fusionenergie

Liebe MusikfreundInnen!
Die Jazzinitiative Würzburg war und ist dreifach begeistert: vom Programm des Jazzfestivals 2020, von der Zusage aller verpflichteten Bands, nach der corona-bedingten Absage im letzten Jahr heuer endlich mit dabei zu sein, und davon, dass für Ende Oktober 2021 eine Ausweichhalle zur Verfügung steht, falls das Felix-Fechenbach-Haus in diesem Herbst noch nicht bespielt werden kann. Die Posthalle ist groß genug, um die gewohnte Zahl Besucher mit Abstand platzieren zu können. So müsste die Pandemie schon besonders krass wiederaufflammen, um das Jazzfestival Würzburg 2021 zu vereiteln. Hoffen wir das beste, beginnen wir den Vorverkauf – und sichern zu, dass der gezahlte Eintritt bei einer erneuten Absage zurückerstattet wird.

Doch bleiben wir bei unserer ersten Begeisterung! Jedes Ensemble spielt ein individuelles Crossover zwischen Jazz und überraschenden anderen Genres, sei es Ethno aus welcher Weltgegend auch immer, Electronica, moderne Klassik, Post Rock… Und alle Formationen eint, dass sie mit ausgesprochen hoher Energie zuwerke gehen. Sehr viele Elekro-Bässe werden im Spiel sein und je zwei Didgeridoos und Ouds. All das regt Herz und Hirn ebenso an wie das gute alte Tanzbein. Wir wünschen euch und uns ein frohes Festival!

Der Vorstand der Jazzinitiative Würzburg e.V.

Plakat-Design: Markus Westendorf

(Foto: )

Samstag, 30. Oktober 2021 – 19:00 Uhr

Distances + Gäste

Felix-Fechenbach-Haus / Stadtteilzentrum Grombühl, Gutenbergstraße 11, 97080 Würzburg*

*Ausweichhalle: Posthalle Würzburg, Bahnhofplatz 2, 97070 Würzburg

Das Quartett mit Neigung zur Schönheit des frühen Fusion-Jazzes spielt sein vielseitiges, weil vielschichtiges Programm mit vier frappierend kontrastiven Gästen: dem Oud-Virtuosen und Weltmusik-Mitgründer Roman Bunka, dem hochmelodischen Bläser Dirk Rumig und einem gregorianischen Chor, dessen lineare, unpathetische, klare Ästhetik sich, viertens, in Gunnar Geisses Electronica eingebettet findet. Das Mit- und Gegeneinander von durchkomponierten Passagen und Improvisation reflektiert hier – Geschichte. Denn mit ihrem Konzept „Hambach“ erinnert Distances an die Freiheitsbewegung des Jahrs 1832, die der Bandgründer Georg Kolb bis zur US-Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre verlängert – mit dem Jazz als Ausdrucksmedium farbiger Musiker. So steht die sprühende Vitalität der Band für die kollektive Zivilgesellschaft, die Elektronik für den komplexen Diskurs mit der Technik im 21. Jahrhundert, die Gregorianik aber für die Gleichförmigkeit von Zeit und Ewigkeit, die Brücken zwischen allem schließt.

Alexander v. Hagke Saxophone
Marco Ponchiroli Piano
Georg Kolb Bass
Guido May Drums
Roman Bunka Oud
Dirk Rumig Bassklarinette, Flöte
Gunnar Geisse Gitarre, Elektronik

Chor unter der Leitung von Uwe Sochaczewsky:

Teresa Allgaier 
Gerrit Illenberger 
Lori Liebelt 
Tobias Lorentschk 
Theresa Zaremba 
Lena Zeizel

Homepage: http://distances.eu/

(Foto: Wogram)

Samstag, 30. Oktober 2021 – 20:30 Uhr

Nils Wogram Nostalgia

Felix-Fechenbach-Haus / Stadtteilzentrum Grombühl, Gutenbergstraße 11, 97080 Würzburg*

*Ausweichhalle: Posthalle Würzburg, Bahnhofplatz 2, 97070 Würzburg

Dem Posaunisten Nils Wogram geht es mehr um Gegenwart und Zukunft als um nostalgische Rückblicke. Allerdings sucht er in der Vergangenheit das, was es zu bewahren lohnt. In den Anfangsjahren (nach 2004) konzentrierte sich das Trio auf die Komplexität des Bebop und des Modern Jazz. Dann suchte er die Einfachheit. Vor zwei Jahren erschien die CD mit dem programmatischen Titel „Things We Like to Hear“, von der der Künstler bekennt: „Je einfacher die Strukturen sind, desto spontaner lässt sich darüber improvisieren.“ Das ist sein Rezept zum Gewinn von Leichtigkeit: Reduktion aufs Wesentliche. Bekanntes Beispiel dafür ist der Schlagwerker Dejan Terzic seit seiner Würzburger Studienzeit: Bei seinem ungemein dichten, virtuosen Trommeln verlor er nie den Groove. Korrespondierend erklärt der Bandleader seinen Mit-Melodiker: „Arno ist kein Orgel spielender Pianist, sondern spielt ausschließlich Orgel. Sein Selbstverständnis verleiht der Orgel klangliche Nuancen, die einen absoluten inhaltlichen Gewinn darstellen.“

Nils Wogram Posaune
Arno Krijger Orgel
Dejan Terzic Drums

Homepage: https://nilswogram.com/

(Foto: Pentatrip)

Samstag, 30. Oktober 2021 – 22:00 Uhr

Pentatrip

Felix-Fechenbach-Haus / Stadtteilzentrum Grombühl, Gutenbergstraße 11, 97080 Würzburg*

*Ausweichhalle: Posthalle Würzburg, Bahnhofplatz 2, 97070 Würzburg

Der Herkunftsort des Quintetts, Mannheim, hat New Yorker Straßenraster. Das inspirierte die Mitglieder schon als Studenten (Petratrip-Gründung 2017 an der Mannheimer Musikhochschule) zu Trips in die Geschichte des Jazz, aus der sie allerdings frisch in die Gegenwart tauchen. Ihr Markenzeichen: Den klassischen Bläsersatz-Einwürfen traut der Hörer nicht so ganz, denn sie tauchen auf aus irritierend abgeschrägten Intros oder im Fluss eines kräftig treibenden E-Basses – trügerische Orientierungsflächen. Die Band hat sich von ihrem früheren Vorbild Sonny Rollins freigespielt und eine eigene Handschrift entwickelt. Ihre Botschaft lautet: Das Publikum soll jede Menge Spaß mit ihnen haben.

Tobias Altripp Piano
Thomas Weiland Posaune
Carl Krämer Alt-, Tenorsaxophon

Simon Zauels Bass
Micha Jesske Drums

Homepage: https://de-de.facebook.com/Pentatrip/

(Foto: Homo Ludens)

Sonntag, 31. Oktober 2021 – 19:00 Uhr

Homo Ludens

Felix-Fechenbach-Haus / Stadtteilzentrum Grombühl, Gutenbergstraße 11, 97080 Würzburg*

*Ausweichhalle: Posthalle Würzburg, Bahnhofplatz 2, 97070 Würzburg

Mit seiner Abschlussprüfung Münchner Musikhochschule fing es an: Der Saxophonist und Komponist Ralph Heidel versah ein Streichquartett mit Rhythmusgruppe. Das war für alle so interessant, dass Heidel sein Projekt fortführte, z. B. für eine LP. Das Septett aus Münchner und Berliner Musikern versteht sich als Klangzauberkollektiv (hat z. B. auf demselben Label wie die JazzRausch Big Band veröffentlicht). Ralph Heidel sagt über die Möglichkeiten, etwas Neues zu entwickeln: „Harmonisch und was Songstrukturen angeht, wurde alles schon gemacht, da kann man nichts mehr erneuern. Was den Sound und das Zusammensetzen verschiedener Sachen betrifft, ist noch Luft nach oben.“ Diese ‚verschiedenen Sachen’ sind im Fall der spielenden Menschen Homo Ludens außer dem Jazz Electronica, moderne Klassik und die Avantgarde, die Heidel Post Rock nennt.

Ralph Heidel Saxophone, Piano, Synthesizer, Elektronik, Stimme
Teresa Allgaier Violine
Gustavo Strauss Violine
Georg Roters Viola
Juri Kannheiser Cello

Sven Holscher Bass
Flurin Mück Drums

Homepage:

(Foto: Helbock)

Sonntag, 31. Oktober 2021 – 20:30 Uhr

David Helbock’s Random/Control

Felix-Fechenbach-Haus / Stadtteilzentrum Grombühl, Gutenbergstraße 11, 97080 Würzburg*

*Ausweichhalle: Posthalle Würzburg, Bahnhofplatz 2, 97070 Würzburg

Ein Trio aus einem Pianisten und zwei Bläsern bzw. Multiinstrumentalisten setzt sich gewitzt von jedem gewohnten Set-up ab. Weiteres Schlaglicht auf die Band: David Helbock ertastete sich seinen Ruhm mit Cover-Versionen der größten Jazzpiano-Melodien neuerer Zeiten. Da muss man schon starke eigene Qualitäten vorlegen, um die Kritiker froh zu stimmen. Die zahlenden Hörer bekam er auch auf seine Seite, er gewann den Publikumspreis beim weltweit größten Jazz-Piano-Solo-Wettbewerb in Montreux. Aber: Der Solist kann sich auch zurücknehmen, zumal für seinen Reeds-Instrumentalisten Andreas Broger. Über mangelndes Rampenlicht kann sich aber auch Johannes Bär nicht beklagen. Der beatboxt sich als Mundrhythmiker durch die Tracks, wenn er nicht grade exotische Tieftöner bläst. All das dient nicht Jux und Dollerei. David Helbock lobt die Instrumentierung der Seinen, die sei „ein Traum für einen Komponisten“. Das renommierte Label ACT veröffentlicht diese intensive Musik.

David Helbock Piano, Elektronik, Percussions
Johannes Bär  Trompete, Flügelhorn, Sousaphon, Tuba, Alphorn, Didgeridoo, Beatbox, Elektronik, Percussions
Andreas Broger Saxophon, Bassklarinette, Flöte, Percussions

Homepage: http://www.davidhelbock.com/

(Foto: Frank Beer Photography)

Sonntag, 31. Oktober 2021 – 22:00 Uhr

Analogue Birds

Felix-Fechenbach-Haus / Stadtteilzentrum Grombühl, Gutenbergstraße 11, 97080 Würzburg*

*Ausweichhalle: Posthalle Würzburg, Bahnhofplatz 2, 97070 Würzburg

Was ist Fusion? Straßenmusik für den Tekno-Klub, in diesem Fall. Das Trio erscheint einem leicht als Spaßcombo. Doch damit nicht genug. Nach dem eher etwas kultigen Herzberg-Festival bescheinigte eine Zeitung den analogen Vögeln, sie seien „die große Entdeckung“ gewesen. Die Mittelbayrische erhob sie zum „Sahnehäubchen des internationalen Jazzweekends”, der BR zum „unbestrittenen Publikumsliebling des Festivals”. Und für das Jazz Halo Magazin sind die drei „moderne Sufis in Trance”. So überzeugen diese Birds auf einem didgeridoo-gestützten Rhythmusgerüst, auf dem sich E-Gitarren-Effekte mit der schönen Akustik der arabischen Laute Oud tummeln. Wobei die Taktarten gern diverser Tanzmusik entlehnt werden: DrumʼnʼBass, Dubstep und Dancehall höchstem Niveau. Bei so großer Vielfalt überraschen die Referenzen der Band kaum noch: Es gab Kollaborationen mit dem Björk-Produzenten Roli Mosiman und dem Can-Sänger Damo Suzuki.

Tom Fronza Didgeridoos, Keyboard, Bass, Percussions, Elektronik
Alexander Lipan Gitarre, Oud
David Bruhn Drums

Homepage: https://www.analoguebirds.com/

Rahmenprogramm:

Freitag, 29. Oktober 2021 – 20:00 Uhr

Jazztalk

mit Harry Lehmann, Gunnar Geisse, Stefan Hetzel, Moderation Georg Kolb.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Theater am Neunerplatz

Veranstaltungsort: Theater am Neunerplatz
Adelgundenweg 2A, 97082 Würzburg

Eintritt: ,- Euro / ,- Euro ermäßigt

Weitere Infos und Reservierungen:
https://www.neunerplatz.de/

Veranstaltungsort:

Felix-Fechenbach-Haus

(Stadtteilzentrum Grombühl)

Petrinistraße / Ecke Gutenbergstraße

97080 Würzburg

Hier gehts zur Google-Anfahrtsbeschreibung 

Eintrittspreise zum Jazzfestival:

Eintrittspreise im Felix-Fechenbach-Haus/Stadtteilzentrum Grombühl:

  • Abendkasse
    40,00 Euro
    Samstag
  • Abendkasse
    40,00 Euro
    Sonntag
  • Studenten
    25,00 Euro
    pro Tag
  • Schüler
    15,00 Euro
    pro Tag

Mitglieder der Jazzinitiative Würzburg haben freien Eintritt zu den Veranstaltungen im Felix-Fechenbach-Haus.

Kartenvorverkauf:

Vorverkauf ab Juli bei der Tourist-Information Würzburg im Falkenhaus am Marktplatz (Tel. 0931 / 372-398) und im Buchladen Neuer Weg, Sanderstraße 23-25.

Vielen Dank an unsere Sponsoren