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17. Jazzfestival 9. bis 11. November 2001 Die Kunst des Duos
Gerhard Schäfer / Felix Wiegand: Extended Ensemble feat. Marcello String Quartet Das fängt gut an: eine Uraufführung zum Auftakt! Doch wurde hier eine Band formiert, um ungewöhnliche Kompositionen umzusetzen – oder komponiert, um ein ungewöhnliches Ensemble klingen zu lassen? So oder so, die Kombination von Streichern und Jazzsolisten war ein Wunschtraum aller Beteiligten. * Die Musiker um den Der Würzburger Saxophonist Gerhard Schäfer ist den 1998er Festival-Besuchern mit seiner Band What We Are noch in interessanter Erinnerung. Er und Felix Wiegand schrieben die Kompositionen. * Die Musiker vom Mittelmain konnten für ihr Projekt das Marcello String Quartet aus Frankfurt gewinnen. Dessen erster Geiger Ralf Hübner hat sich schon in verschiedenen Stilrichtungen als versierter Solist ausgewiesen. Gerhard Schäfer Saxophon, Flöte Michael Wollny Piano Felix Wiegand Kontrabass Andreas Gandela Schlagzeug Ralf Hübner Violine Patrick Schleucher Violine Julia Erche Bratsche Philipp Hagemann Cello
Dieter Ilg & Charlie Mariano Nach dem Dialog der Klangkörper Jazz- und Streichquartett kommt es zu einem Gespräch zwischen den Generationen: Deutschlands profiliertester Nachwuchsbassist Dieter Ilg kommuniziert virtuos mit dem Vorreiter der Weltmusikbewegung Charlie Mariano, Saxophon. Ihr Duo gleitet sicher durch den musikalischen Kosmos. * Am 12. 11. hat Mariano 78. Geburtstag, den halb so alten Ilg kennt er seit 15 Jahren. In ihrer raren Duo-Arbeit schlägt sich mancherlei persönliche Erfahrung nieder. Der Bostoner lebte Mitte der 60er Jahre in Japan und siedelte dann zusehends nach Europa über. Der Offenburger betrieb folkloristische Musikforschung im badischen Raum. * Das Saxophon dominiert in diesem Duo höchstens bei der Vorgabe musikalischer Motive. Die verarbeitet der Kontrabass einfallsreich, singend und warm. Ein Abend für Liebhaber des Harmonischen – gefühlvoll und wunderschön. Charlie Mariano Saxophon Dieter Ilg Kontrabass
Küspert & Kollegen Ein Forschungsprojekt der eleganten Art stellt ausgereifte Ergebnisse vor. Die Hypothese lautet: Es geht sehr gut! Dazu gehören freilich kompliziertere Leitfragen. Wie viele Stilrichtungen müssen zusammenfließen, um etwas in sich Ruhendes, Eigenständiges zu ergeben? Was macht man mit Latin-Rhythmen, damit nicht jeder gleich denkt: Aha, Brasilien! Etc. * Gleichzeitig wird ein möglichst kompakter Gruppen-Sound gesucht, in dem die individuellen Fähigkeiten der Musiker zur Geltung kommen. Denn das lohnt sich! * Projekt-Initiator Werner Stephan Küspert deckt verborgene Schönheiten am Griffbrett auf, Hubert Winter zeigte erst jüngst mit eigenem Quartett außerordentliche Reife. Mathias Weis absolvierte Jazz- und Klassikstudien in Graz und Würzburg, und auch seine Produzententätigkeit weist ihn als beherzten Grenzgänger aus. Hannes Nied lehrt an der Würzburger Musikhochschule, und wenn Felix Wiegand mal nicht als Klassiker oder Jazzer auf Tournee ist, nimmt er seinen Platz als feste Größe in der heimischen Szene ein. Werner Stephan Küspert Gitarre Hubert Winter Saxophon Mathias Weis Piano Felix Wiegand Kontrabass Hannes Nied Schlagwerk
Hans-Peter Salentin Band "Ein Kritiker schrieb mal, meine Trompete wäre wie ein kühler und nebliger Herbstmorgen, in den die ersten Sonnenstrahlen fallen", erzählt der praktizierende Komponist und Dozent der Würzburger Musikhochschule (der selbst in Köln studierte). * "Kühl" heißt dabei: fast ohne Vibrato. Und im Naturbild dominiert die pfeilgerade Power des Sonnenstrahls über allem ungreifbar Nebligen. Vor allem bei seinen vielen Uptempo-Stücken geht es ausgesprochen hot zur Sache! * Der 40-jährige Tausendsassa arbeitete für Chick Corea und Harald Schmidt. Als Highlights seiner Konzertkarriere (mit langer Diskografie) nennt er James Carter und Vinnie Colaiuta, John Scofield, Branford Marsalis, aber zugleich Hiesige wie Leszek Zadlo und Frank Möbus. Hans-Peter Salentin Trompete, Flügelhorn Michael Wollny Piano Wolfgang Kriener Kontrabass Joachim Ley Drums
Jens Thomas & Christof Lauer Das Konzept von Shootingstar Jens Thomas und Saxophon-Jungklassiker Christof Lauer klingt einfach verblüffend: Sie interpretieren Motive ihres Pop-Kollegen Sting. * Persönlich kommen sie hoffentlich weiterhin so gut miteinander aus wie vor drei Jahren. Damals hat Lauer den Pianisten gewissermaßen ein bisschen entdeckt und gefördert. Und dann kam der große Durchbruch des Jens Thomas mit seinen Morricone-Adaptionen – zu hören auch beim Würzburger Jazzfest 2000. * Kein Schema f mit Ohrwurmthemen! Die beiden (bisweilen auch brachialen) Individualisten transportieren Stings Melodien in einen Freiraum, in dem sie vor allem die Atmosphäre dieser Stücke neu entfalten. Melancholische Gemälde – Klang-Farb-Spiel – surrealistische Irrlichtern: An diesem Abend kommen Neugierige Schwelger gewiss auf ihre Kosten. Jens Thomas Piano Christof Lauer Saxophone
Big Band der Jazzinitiative Würzburg In diesem Jahr wird kein Repertoireschwerpunkt gesetzt. Quer durch die verschiedenen Stile und Jahrzehnte gondeln die Musiker, deren Zusammenpsiel im Lauf des letzten Jahrs deutlich dichter wurde. * Das war im März diesen Jahres auf der Musikmesse in Frankfurt zu hören – das anspruchsvolle Publikum gab großen Beifall. * Neue Bandmitglieder gab es vor allem bei den Posaunisten und Trompetern. Bei ihrem Heimspiel tritt die Big Band der Jazzinitiative Würzburg mit der Sängerin Caroline Weissenberg auf. Leitung Jan Reinelt
Aki Takase & Conny Bauer In der freien Musik entwickelten der Posaunist und die Pianistin ihre Tonsprache. Die beiden Individualisten lernten sich bereits zu DDR-Zeiten kennen, als Bauer vom flirrenden Leben Tokios fasziniert wurde. Weniger Jahre später zog sie nach Berlin. * Bauer ist einer der Witzbold-Berserker im berüchtigten Zentralquartett, hat aber auch schon solo den Omnibus aufgemischt. Takase lotet sämtliche Arten eines prägnanten, entschiedenen Anschlags aus. * Die Kombination dieser beiden Energiebolzen bringt voraussichtlich die vielschichtigsten Architekturen unserer drei Festival-Duos zu Gehör. Solche Erkundungsgänge durch fremde Welten haben ihre solide Basis nicht nur in der Wahnsinnstechnik der zwei MusikerInnen; über ihr erstes gemeinsames Duo-Konzert 1985 sagt Bauer: "Vom ersten Ton an hatte ich das Gefühl, diese Pianistin schon lange zu kennen, schon lange mit ihr zu arbeiten." Aki Takase Piano Conny Bauer Posaune
Sarah Jane Cion Trio Die letzte Preisträgerin des Festivals siegte 1999 beim American Jazz Piano Competition. Am 11. 11.! Das muss gefeiert werden! * Gemeinsame Vorlieben mit dem Wahl-Hannoveraner Bassisten entdeckte die New Yorkerin beim gemeinsamen Jammen in einem Club. Dabei blieb es nicht. Zweimal jährlich kommt sie nach Europa, um hier in vielfältiger Formation zu spielen. Zum festen eigenen Euro-Trio gehört der Bremer Antolini-Schüler, der zwischen Pop, Weltmusik und Jazz wandert. * In ihrem wesentlichen Element sind die Drei, wenn es lyrisch wird. den Ton gibt Sarah Jane Cion an. Doch nicht nur das Poetische trug ihr die Auszeichnungen (inklusive Michael Brecker als Gastmusiker auf ihrer CD) ein. Auch in hochenergetischen Passagen beweist sie riesiges Können. Oder, wie The Florida Times-Union am 12. 11. 1999 titelte: "Young female pianist steals the show". * Doch an diesem Abend 2001 ist genug Show für alle da! Sarah Jane Cion Piano Hervé Jeanne Kontrabass Ralf Jackowski Schlagzeug
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